Die Bilder sind freigegeben. Das Kleidungsstück und seine Farbe stimmen, der Ausschnitt passt. Die Kollektion könnte online gehen. Dann beginnt die Vorbereitung für die einzelnen Marktplätze.
Zalando und Amazon sowie weitere Kanäle können unterschiedliche Bildvorgaben haben. About You und Breuninger kommen mit eigenen Spezifikationen hinzu. Dasselbe freigegebene Bild muss dadurch mehrfach aufbereitet werden.
Für wenige Styles und einen Kanal ist der Aufwand überschaubar. Eine ganze Kollektion auf mehreren Marktplätzen erzeugt dagegen einen wiederkehrenden Engpass am Ende der Produktion. Besonders vor der Hochsaison, wenn jede PDP zum Verkaufsstart bereitstehen soll, kann dieser Schritt den Termin bestimmen.
Dieser Artikel erklärt die unterschiedlichen Anforderungen und den Exportaufwand. Er zeigt außerdem, wie Teams Kanalspezifikationen bereits in die Bildfreigabe einbinden können.
Marktplätze legen ihre Bildspezifikationen anhand ihrer eigenen technischen und gestalterischen Anforderungen fest.
Produktseiten und mobile Ansichten sind auf bestimmte Bildgeometrien ausgelegt. Ein Raster im Format 3:4 braucht andere Ausschnitte als ein breiteres Layout. Dateiformat und Kompression hängen von der jeweiligen Bildverarbeitung ab. Die nötigen Pixelmaße richten sich unter anderem nach Zoom und Darstellung.
Innerhalb einer Plattform sind diese Vorgaben nachvollziehbar. Für eine Marke entsteht der Aufwand, weil ein freigegebenes Bild mehrere Standards erfüllen muss.
Die Anforderungen können sich in folgenden Bereichen unterscheiden:
Die in diesem Artikel beschriebenen Graswald-AI-Voreinstellungen zeigen den Unterschied: Zalando nutzt 1.801 × 2.600 px als JPG mit 300 DPI, Amazon 2.880 × 3.840 px als PNG mit 72 DPI. Für About You sind 1.500 × 2.000 px als JPG mit 96 DPI hinterlegt, für Breuninger 2.244 × 3.072 px als JPG mit 72 DPI. Das sind Beispiele der beschriebenen Presets, keine allgemeingültige Zusage aktueller Marktplatzvorgaben. Zusätzliche Darstellungsregeln können weitere Anpassungen erfordern. Multi-Brand-Händler kennen das umgekehrte Problem bei uneinheitlichen Lieferantenbildern.
Der Aufwand verschwindet häufig im Sammelposten Nachbearbeitung. Er wächst mit der Bildmenge und zusätzlich mit der Zahl der Kanäle.
Eine Kollektion mit 500 SKUs und jeweils vier Ansichten umfasst 2.000 Bilder. Für drei unterschiedlich konfigurierte Marktplätze entstehen daraus 6.000 Exporte. Ein vierter Kanal erhöht die Menge auf 8.000. Die eigentliche Bildproduktion ist zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen.
Drei Eigenschaften belasten den Zeitplan besonders:
Der Export erfolgt zuletzt. Nach Generierung und Freigabe ist der Starttermin oft nah. Eine Verzögerung betrifft dann direkt die Veröffentlichung.
Die Arbeit ist überwiegend technisch. Produktdarstellung und Art Direction sind entschieden. Es bleiben Größenanpassung und Formatierung sowie Benennung und Ausgabe. Diese Wiederholungen binden Kapazität des Kreativteams.
Mehr Vertriebskanäle erhöhen den Aufwand. Mit jeder zusätzlichen Plattform und mehr On-Model-Bildern wächst die Zahl der benötigten Dateien. Der Export muss daher mit dem Vertrieb mitwachsen können.
Viele Teams automatisieren bereits Teile des Exports. Drei Ansätze sind verbreitet.
Skripte und Photoshop-Aktionen. Sie können Größen zuverlässig ändern. Ein neues Seitenverhältnis verlangt aber oft eine Entscheidung über den Ausschnitt. Das Kleidungsstück muss vollständig und passend positioniert bleiben. Einfache Skalierung kann technisch richtige Dateien mit ungünstiger Darstellung erzeugen. Deshalb bleibt häufig eine manuelle Prüfung nötig.
Ausgabevarianten im DAM. DAM-Systeme können definierte Bildvarianten erzeugen. Die Konfiguration muss jedoch eingerichtet und bei geänderten Kanalvorgaben gepflegt werden. Außerdem bleibt der Export ein eigener Schritt in einem nachgelagerten System. Dadurch entstehen weitere Übergaben zwischen getrennten Tools.
Externe Agenturen oder Retusche. Die Arbeit wird ausgelagert, verschwindet aber nicht. Ein zusätzlicher Abstimmungsschritt liegt kurz vor dem Starttermin. Neue Kanäle oder geänderte Spezifikationen brauchen weitere Briefings.
Alle drei Ansätze behandeln den Kanalexport als nachgelagerte Aufgabe. Je später die Anforderungen berücksichtigt werden, desto mehr Zeitdruck entsteht am Ende der Produktion.
Die Vorgaben lassen sich bereits in der Plattform hinterlegen, in der Bilder erstellt und freigegeben werden.
Aus dem freigegebenen Ausgangsbild erzeugt die Plattform anschließend passende Kanalversionen. Ein separates Bildbearbeitungstool ist für die definierten Anpassungen nicht nötig. Die hinterlegten Spezifikationen müssen dafür korrekt und aktuell sein.
Das verändert drei Bereiche:
Vorgaben werden zentral verwaltet. Kanalspezifikationen stehen in Presets statt in einzelnen Skripten oder im Wissen einer Person. Änderungen können einmal hinterlegt und für weitere Exporte genutzt werden.
Ausschnitte werden im Produktionskontext festgelegt. Ansichten und Produktkategorien sind bereits bekannt. Daraus lassen sich passende Ausgabevorgaben ableiten, statt Dateien nachträglich nur zu skalieren.
Weitere Kanäle benötigen weniger Einzelarbeit. Ein zusätzliches Preset kann viele weitere Dateien erzeugen. Die technische Ausgabe steigt weiterhin, der manuelle Aufwand pro Bild muss jedoch nicht im selben Maß wachsen.
Für Teams, die bereits Packshots über Tausende SKUs in On-Model-Bilder umwandeln, ergänzt das den Weg von der Freigabe zur fertigen PDP.
Graswald AI erstellt kanalbezogene Dateien aus freigegebenen Bildern. Dazu gehören auch On-Model-Bilder mit markeneigenen KI-Avataren.
Der Ablauf besteht aus kontoweiten Vorgaben und dem Export pro Produkt.
Presets legen die Ausgabe pro Kanal fest. In der Plattform heißen sie „Derivative Presets“. Ein Derivat ist die aus einem freigegebenen Bild erstellte Kanaldatei. Das Preset enthält Pixelmaße und Dateiformat sowie Farbprofil und Auflösungsangaben. JPG, PNG und WebP werden ebenso berücksichtigt wie sRGB oder Display P3. Der Hintergrund kann erhalten, entfernt oder durch eine feste Farbe ersetzt werden. Eine separate Option steuert die Entsättigung reiner Produktbilder, sofern der Kanal sie verlangt.
Weitere Einstellungen betreffen den Abstand um Person oder Kleidungsstück. Ein Gesichtsbeschnitt ermöglicht bei Bedarf eine Darstellung ohne Kopf. Dateinamen werden aus Variablen wie SKU und Style-Code sowie Position und Ansicht aufgebaut. So lässt sich die gewünschte Benennung für den Kanal automatisch anwenden.
Für wichtige Marktplätze sind Vorlagen mit hinterlegten Spezifikationen verfügbar. Dazu gehören Zalando und About You sowie Amazon, Breuninger und Engelhorn. Prüfen Sie vor der Verwendung, ob die Einstellungen zu Ihren aktuellen Kanal- und Kategorieanforderungen passen.
Alle Einstellungen lassen sich überschreiben. Teams können auch eigene Presets für weitere Kanäle oder den eigenen Webshop anlegen.
Vier Beispiele der im Quellartikel beschriebenen Export-Presets: